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Korsakow

Simon Nikolajewitsch Korsakow  (1789 - 1853), in Cherson geboren, wurde durch die homöopathische Heilung seiner chronischen Arthritis 1827 zur Homöopathie bekehrt. Obwohl er selbst kein Arzt war, beschäftigte er sich so intensiv mit der Homöopathie, daß er nach wenigen Jahren selbst anfing, Patienten erfolgreich zu behandeln.
(Quelle:
“Frühzeit der Homöopathie”, R. Wittern, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 1984)

Sein Bemühen, homöopathische Methoden weiterzuentwickeln, war sehr erfolgreich: die Korsakow’sche Methode, die Einglaspotenzierung - im Gegensatz zu Hahnemann’s Methode, zum Mehrglasverfahren - wird auch heute noch von vielen homöopathischen Arzneimittelherstellern verwendet. Sowohl bei Hahnemann, mit dem er in Briefverkehr stand, als auch bei von Bönninghausen stand er in hohem Ansehen.

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Brief Korsakow an Hahnemann, geschrieben am 17./29 Oktober 1832, wahrscheinlich empfangen am 11. November des Jahres.

Korsakoff

..11 Nov. Karsakoff

    Monsieur!

    Durchdrungen von den schmeichelhaften Ausdrücken, die Sie freundlicherweise an mich richteten, habe ich meine Anstrengungen verdoppelt, um jene zu verdienen, zumindest soweit das von mir selbst abhing. Das führte mich zu einer Entdeckung, die vielleicht auch den Gebrauch der Homöopathie erleichtern wird. Ich erlaube mir Ihnen ehrerbietigst einige Exemplare einer Broschüre zu überreichen, die ich zu diesem Zwecke durcken ließ, ebenso ein verkleinertes Modell des geradlinigen [‚rectilique‘ oder ‚rectiligne‘ im Originaltext] Homöoskops, das – obwohl nur grob gemacht hier auf dem Lande, wo ich wohne – dennoch die Vorteile dieses Vorgehens besser darstellen wird, als eine Beschreibung. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn das Werkzeug, von dem ich spreche, Ihre Zustimmung fände.

    Ich glaube, ich muß Ihnen noch einige Effekte des menschlichen Blutes mitteilen, das ich für die Krankheiten des Blutsystemes als sehr energiereich gefunden habe. Zunächst folgt hier die Art und Weise, wie ich es aufbereitet habe.

    Ich habe mir mit einer Nadel in den Finger gestochen, ich habe mit diesem Blut ein Streukügelchen getränkt, das ich in ein Gläschen gab, das mit etwa 1000 gleichartigen, aber einfachen, Dragees gefüllt war, und ich habe dieses Gläschen eine halbe Minute geschüttelt. Nach dem Bezeichnungssystem, das ich für diese Art der Bereitung verwende, nannte ich es Sanguis m. (minima). Danach habe ich ein Kügelchen aus diesem Gläschen in ein anderes Gläschen mit 1000 Kügelchen gegeben, was Sanguis m.1. (minima prima) ergeben hat, und mit diesen letzteren habe ich solch entschieden heilsamen Wirkungen in einigen Fällen von Plethora erzielt, wie auch in den schlechten ....?, die aus zu häufigen oder schlecht durchgeführten Aderlässen herrührten, bei Metrorrhagien etc. Doktor Hermann, dem ich diese Bereitung des Grades übermittelte, Sanguis m.2., hat davon auch mit Erfolg Gebrauch gemacht. Diese Beobachtung könnte dazu führen, weitere Untersuchungen mit anderen Teilen unseres Organismus durchzuführen, in denen vielleicht sehr wirksame Arzneien verborgen sind. Das ist der Grund, der mich bewogen hat, Ihnen diese ziemlich eigenartigen Tatsachen zu unterbreiten.

    Ich verbleibe mit dem tiefsten Respekt,

    Monsieur,

    St. Petersburg,             Ihr eifriger Bewunderer

    17./29. Oktober 1832     Siméon Karsakof

Transkription und Übersetzung aus dem Französischen: Gaby Rottler,  2000

(Der Originalbrief befindet sich im “Archiv  für Homöopathie”, Nr. A621, im Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart. Eine Abbildung des Briefes findet sich im Buch “Frühzeit der Homöopathie”, R. Wittern, Hippokrates Verlag.)
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Instituts für Geschichte der
Medizin der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart.

Zum französischen Originalbrief

Zum Kommentar (Englisch)

Copyright Gaby Rottler, 2014

Last update:  July,  2014